Update: 05.01.2012

Geschenk Gottes
Einkaufswagen1

Das Telefon klingelt und ich nehme ohne die leiseste Vorahnung ab. Nach dem Gespräch lasse ich den Hörer fallen und mir schießen erst einmal die Tränen ins Gesicht.

Eigentlich war es nur eine ganz normale Routineuntersuchung, nichts Besonderes. Aus irgendwelchen Gründen machte mein damaliger Gynäkologe einen Abstrich zur Krebsvorsorge. Mein zweiter Sohn Julian war gerade einmal 5 Monate alt, beim Frauenarzt war ich regelmäßig,also machte ich mir keinerlei Gedanken über irgendwelche Ergebnisse.

„Frau Malisic, hatten Sie schon einmal etwas damit zu tun?“, fragte mich die Arzthelferin am Telefon. „Mit was denn?“, noch immer hatte ich keine Ahnung wovon sie spricht. „Mit Krebs!“

Mal soeben am Telefon zwischen Boden saugen und Mittagessen kochen eine Hiobsbotschaft zu erhalten, zog selbst mir erst einmal den Boden unter den Füßen weg. Erst einmal war da die Panik. „Krebs“, das bedeutet zu sterben.

Mit Tränen in den Augen teilte ich meinem Mann diese Nachricht mit. Plötzlich geriet unsere ganze Welt ins Wanken. Ich soll Krebs haben? Wir hatten gerade vor eineinhalb Jahren eine kleine Kirchengemeinde in Wolfsburg übernommen. Mein Mann war in seinem Vikariat schon Gemeindeleiter geworden. Unsere beiden Söhne waren knapp 3 Jahre und 5 Monate alt. Wir hatten unser ganzes Leben noch vor uns, und nun sollte durch diese Krankheit alles zerstört werden?

Unsere Gemeinde war erschüttert, nachdem sie von der Diagnose erfuhre. Und dann passierte etwas Wundervolles. Wo auch immer man von Einheit im Leib Christi gehört hatte, hier und jetzt erfuhren wir es am eigenen Leib. Die ganze Gemeinde betete, jeden Tag, jede Woche. Auf Knien unter Tränen brachten wir unser Anliegen vor Gott: komplette Heilung.

Der Arzt ließ sicherheitshalber nochmals einen Abstrich untersuchen, die Diagnose war eindeutig. Der Gebärmutterhals war voller Krebs, nun sollte eine Operation durchgeführt werden um zu sehen, wie weit der Krebs schon die Gebärmutter erfasst hat. Ich wollte diese OP nicht, ich war mir nicht sicher, ob ich noch Kinder bekommen kann. Also beteten wir. Wir fuhren sogar nach Köln zu einer Veranstaltung von Benny Hinn, wussten wir doch, dass von diesem Mann eine starke Salbung Gottes ausging. Und während dieser Veranstaltung sprach Gott zu meinem Herzen. „Das, was ich hier durch Benny Hinn tue, tue ich in deiner Gemeinde auch. Du kannst nach Hause fahren.“

Mit Glauben im Herzen fuhr ich wieder nach Hause mit der Gewissheit, Jesus wird mich heilen.

Kurz darauf besuchte mein Mann einen Gottesdienst, einer uns bekannten Gemeinde in einer fremden Stadt . Auch dort wurde für mich gebetet. Der Gastprediger dort sagte hinterher zu meinem Mann: „Ich habe deine Frau gesehen, wie sie auf dem OP-Tisch lag. Jesus stand neben ihr und legte ihr die Hände auf. Und sie war geheilt.“ Mein Mann erzählte mir von diesem Eindruck und ich konnte nicht so richtig etwas damit anfangen. „Wenn ich erst einmal auf dem OP-Tisch liege, dann operieren sie. Ich will gar nicht operiert werden.“ Dennoch behielt ich meinen Glauben.

Der Termin für die OP wurde gemacht, ich musste ins Krankenhaus. Bei der Aufnahme wurde nochmals ein Abstrich gemacht, danach kam ich in mein Zimmer. Meinen drei Zimmergenossinen, den Krankenschwestern und Ärzten verkündete ich immer wieder: „Ich glaube nicht, dass ich operiert werde, ich glaube, das Gott mich heilen wird.“ Die Zeit verging, es wurde Mittag, Nachmittag und umso schneller die Zeit verging umso schneller verging auch mein Glaube. Der Anästhesist besprach alle Einzelheiten der Narkose mit mir, ich unterschrieb die Einwilligung für die OP, was sollte ich auch tun?

Am Abend kam dann eine Glaubensschwester aus unserer Gemeinde zu Besuch. „Komm, lass uns mal in die Kapelle gehen, wir beten nochmal.  Und während sie betet fragt sie mich: „Hast du eigentlich mal nach deinem Ergebnis von heute Morgen gefragt?“ Ich verneinte.

Sie ging nach Hause und ich auf schnellstem Weg zur Ärztin. „Ich möchte gerne meine Werte von heute morgen wissen.“ Die Ärztin schaute nach, guckte mich ungläubig an und meinte: „Das kann eigentlich nicht sein, aber bei Ihnen war alles in Ordnung.“

Mir schossen die Tränen in die Augen: „Dann kann ich ja nach Hause gehen?“, freute ich mich.

Die Ärztin wollte das auf gar keinen Fall zulassen. „Frau Malisic, das ist unmöglich, sie sind mit einem PAP IV b eingeliefert worden und heute Morgen die Untersuchung ergab einen PAP II. Irgendetwas stimmt nicht, wir werden sie sicherheitshalber auf jeden Fall operieren.“

Ich konnte kaum sprechen vor lauter Ehrfurcht, dennoch brachte ich die Worte heraus: „Wissen sie was? Ich bin sehr gläubig. Ich glaube daran, dass Jesus nicht nur vor 2000 Jahren Wunder getan hat, ich glaube, dass er das heute auch noch tun kann. Und ich habe dafür gebetet, dass Gott mich heilt. Und ich glaube, dass er das gerade getan hat. Und deswegen gehe ich jetzt nach Hause.“

Ich hatte nochmals mit meinem Frauenarzt, der auch Christ ist telefoniert, der mir bestätigt hat: „Mädchen, du hast gebetet und mit einem  PAP II würde ich mich auf keinen Fall operieren lassen. Dein Gebet ist erhört worden. Ich sehe dich in 6 Wochen zur Kontrolle.“ Ich unterschrieb eine Erklärung, dass ich auf eigene Verantwortung nach Hause entlassen werden möchte.

Das war im Oktober 1993. Genau ein Jahr später, ist am 19.09.1994 von uns völlig ungeplant aber von Gott wohl erdacht unser dritter Sohn Jonathan geboren. Jonathan heißt „Gottes Geschenk.“

Das, was wir vor Jahren als Geschenk Gottes erhalten haben ist nicht selbstverständlich. Wir glauben tatsächlich daran, dass Gott heute noch Wunder tun kann, wissen aber genau so gut, dass er es manchmal nicht tut. Aus uns unverständlichen Gründen. Daher ist es für mich ein Geschenk, etwas, wofür ich nichts getan habe, etwas, dass Gott mir einfach gegeben hat. Ich habe Freunde und selbst mein Kind sterben sehen, obwohl wir gebetet haben. Ich kann nicht erklären, warum dass so ist, aber Gott wird es wissen, in seiner Allmacht, und das möchte ich nicht anzweifeln.

 

[Geschenk Gottes]